| Bibel | ||
Pfingstgedanken
Bevor Jesus Christus in den Himmel aufgenommen wurde, befahl er seinen Jüngern zusammen in Jerusalem zu bleiben und versprach ihnen: .aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. (Apg 1.8) Die Jünger warteten also in Jerusalem. Die Stadt war voll von Pilgern, die dort Schawuot feiern wollten. Schawuot heisst wörtlich übersetzt "Wochen". Dieses Fest beendet die Zeit des Omer, die Zeit der 49 Tage oder 7 Wochen nach Pessach. Die beiden grossen Feste des Judentums, Pessach und Schawuot, sind eng mit der Landwirtschaft verbunden. So feiert man an Pessach nicht nur die Befreiung aus Ägypten, sondern auch den Beginn der Gerstenernte. Omer bedeutet wörtlich übersetzt "Garbe". Beim Omer-Zählen, dem Zählen der Tage zwischen den beiden grossen Festen, denkt man auch an das Geschenk der vielen geernteten Garben. Mit Schawuot endet die Zeit der Ernte, auch der Weizen ist eingebracht. Die Juden feiern aber nicht nur ein Erntedankfest, sondern freuen sich an diesem Tag auch über die Offenbarung der Tora an das Volk Israel, danken für das Geschenk der 10 Gebote am Sinai. An Schawuot, am 50. Tag nach Pessach, was auf Griechische "pentakoste" heisst, ereignete sich das Pfingstwunder: Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? ... . wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein. (Apg 2.1-13) Petrus aber sprach zur erstaunten Menge über Jesus Christus und ermahnte seine Zuhörer: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. (Apg. 2.38). In der christlichen Tradition feiern wir an Pfingsten den Abschluss der Osterzeit und das Kommen des Heiligen Geistes. Paulus bezeichnet in seinen Briefen den Heiligen Geist als "charisma", als Geschenk Gottes. Charismata sieht er als Gnadengeschenke Gottes, und jeder Mensch sollte mit den ihm geschenkten Fähigkeiten der Gemeinschaft dienen. Er soll nicht stolz sein auf seine Gaben, oder sich sogar damit brüsten, sondern Gott dafür seine Dankbarkeit bezeugen. Jeder Mensch ist mit besonderen Fähigkeiten beschenkt. Es ist seine Aufgabe, diese Gaben zu erkennen, weiter zu entwickeln und zum Wohle seiner Mitmenschen einzusetzen.
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