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Rückblick auf die GV 2010 Die Weiterbildungstage für Kursleiterinnen waren ganz dem Thema "Erzählen mit den Biblischen Figuren" gewidmet. Zwei sehr kompetente Referenten - Herr Dr. Ulrich Knellwolf als Theologe und Frau Ines Jenny als erfahrene Katechetin und Erzählspezialistin - beleuchteten je aus ihrer Sicht die Bedeutung des Erzählens biblischer Geschichten. Der christliche Glaube basiert auf Geschichten, denn die Bibel ist ein Geschichten-Buch. Glaube kann nicht auf das Erzählen von Geschichten verzichten. Nach Ulrich Knellwolf dürfen die biblischen Geschichten nacherzählt, gespielt, verfremdet und aus der Zeit herausgelöst werden. Der Zuhörer soll merken: "Diese Geschichte hat mit mir zu tun, sie geht mich etwas an." Erst wenn wir mit der Bibel arbeiten, öffnet sie sich uns. Wie gelingt uns lebendiges Erzählen mit unseren Figuren? Zuerst gilt es zu unterscheiden: was ist eine Erzählung, ein Erzählbild, ein Erzählspiel? Eine Erzählung hat Worte zur Verfügung, die Sprache ist kunstvoll und führt über das Hören zu inneren Bildern. Die Erzählung kann in der Gegenwart oder in der Vergangenheit abgefasst sein, der Handlungsort darf wechseln und es tut der Geschichte auch keinen Abbruch, wenn mit einem Blatt in der Hand erzählt wird. Das Erzählbild, eine sorgfältig gestellte Szene, gibt allen Figuren das gleiche Gewicht. Die Aussage wird über das Auge aufgenommen. Das Erzählspiel kann nur im Präsens dargeboten werden. Die Sprache muss schlicht, einfach und dem Alter der Zuhörer angepasst sein, Pausen sind unerlässlich, damit Zeit zum Schauen bleibt. Immer auswendig spielen. Ort- und Zeitsprünge sind zu vermeiden. Besonders interessant wirkt ein Erzählspiel, wenn sich Erzählteile, Monologe und Dialoge abwechseln. Sparsam eingesetzte Kulissen verstärken die Wirkung eines Erzählspiels, dürfen aber die Figuren nicht konkurrenzieren. Das Erzählspiel ist eigentlich ein Mini-Theater und verlangt deshalb auch nach einem Drehbuch. Die Spannung muss langsam aufgebaut werden und schliesslich muss die Geschichte gut zu Ende gehen. So sieht der spannungsvolle Aufbau einer Erzählung aus:
Frau Jenny hat uns als Beispiel ein Erzählspiel zu Lukas 1, 26-34 "Verkündigung der Geburt Jesu" zur Verfügung gestellt.
![]() Foto: Manuela Kordon |
