| Bibel | ||||||||||||||
Gott träumt den Menschen Gott hatte einen Traum. Er träumte die Schöpfung. Und er schuf sie. Er schuf den Himmel und die Erde, die Blumen und Gräser, die Bäume und Wälder, die Berge und Hügel, die Fische und Vögel, die Insekten und die Säugetiere. Aber es fehlte etwas an seinem Traum. Da träumte er den Menschen, der nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist. Er schuf den Menschen als Mann und Frau. Doch der Mensch verdunkelte das Bild, das Gott sich von ihm gemacht hatte. Er entfremdete sich von Gott. Er lief vor Gott davon, aber auch vor sich selber. Er trennte sich von seinem eigenen Ursprung. Er lebte nicht vor Gott, sondern versteckte sich vor ihm. (.) Er verschloss die Türen seines Herzens und liess Gott nicht mehr bei sich eintreten. Er gab nicht nur die Gemeinschaft mit Gott auf, sondern wandte sich auch gegen sich selbst und gegen seine Brüder und Schwestern. Er geriet auf Abwege, verstrickte sich im Dickicht seiner eigenen Lügen.
Da träumte Gott seinen Traum von neuem. Er träumte, wie der Mensch eigentlich gedacht war. Und er verwirklichte seinen Traum, indem einen neuen Anfang setzte. Er liess seinen eigenen Sohn, das Bild seiner Herrlichkeit, Mensch werden. (.) Er sollte Mensch werden und das Urbild des Menschen wieder herstellen. Er sollte den Menschen vor Augen führen, wie sie sein könnten, wenn sie aus der Einheit mit Gott lebten. Er sollte sie an ihren göttlichen Ursprung erinnern, an den göttlichen Kern, den sie noch in sich trugen, aber den sie durch ihre Sünde verdunkelt hatten. An Weihnachten feiern wir den Traum Gottes, wie er in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Wir feiern den Menschen, wie er in seinem reinen Wesen in Jesus Christus aufgeleuchtet ist. Anselm Grün "Weihnachtlich leben", Herder 2000 Geschenke Brigitte Andenmatten Seit ich mich erinnern kann, habe ich von Herzen gerne Geschenke gemacht. Habe in meiner Mansarde im Geheimen geschnitten, geklebt, gefärbt und mir für alle meine Lieben etwas Besonderes ausgedacht. Adventszeit liebte ich, die Entstehung vieler Muttertagsgeschenke ist mir noch in lebendiger Erinnerung. Wie ich mich darauf freute, meine Gaben zu überreichen! Wie ich auf das Entzücken der Beschenkten hoffte! Wie glücklich mich das Schenken machte! "Wir schenken uns nichts zu Weihnachten, ist doch alles Kommerz." "Die Leute haben ja schon alles, was will man da schon schenken." Und - es kommt noch schlimmer - der Autor in Wikipedia schreibt unter dem Stichwort "Geschenk": Angenommene Geschenke verpflichten, denn sie sind vom Schenkenden immer mit einer Erwartung an den Beschenkten verbunden; sie sind also - soziologisch betrachtet - eine soziale Sanktion, die eine soziale Antwort verlangt, etwa eine Dankesgeste, eine Gegengabe, eine freundlichere Einstellung zum Schenkenden oder das Einstellen feindseliger Handlungen. Das Geschenk - eine soziale Sanktion, die eine soziale Antwort verlangt! Kürzlich ist mir eine Weihnachtsgeschichte in die Hände gekommen: "Der grosse Augenblick", von Lene Mayer-Skumanz, aus dem Buch "Der Weihnachtsbär und andere Geschichten". Himmel und Erde bereiten sich auf das erste Weihnachtsfest vor. Es heisst in der Geschichte: "Gott will in einem Menschenkind geboren werden: Ein Kind als Gottesgeschenk für alle! Was schenken wir ihm zur Geburt?" Weihnachten ist das Fest des Vaters, das Fest von Gott Vater, er schenkt sich uns, damit wir in Jesus Christus erkennen, wie Gott ist. Gott Vater schenkt sich uns und was tut die Erde, um diesen Gast gebührend zu empfangen? Die Geschichte erzählt uns, dass Natur und Menschen ihre einzigartigen Gaben mit Inbrunst nützten, um dem Neugeborenen eine Freude zu bereiten.
Ostern ist das Fest des Sohnes. Jesus Christus gibt sein Leben hin für Viele, er schenkt uns die Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Und Pfingsten? Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Pfingsten stärkt uns mit den Gaben des Heiligen Geistes.
Gott, der Allmächtige, schenkt uns viel: er gibt sich zu erkennen, nimmt uns die Angst vor dem Tod und stärkt uns für unser irdisches Leben. Wie gehen wir Menschen nun um mit Geschenken, göttlichen und menschlichen? Wie lautet unsere "soziale Antwort"? Für mich ist es zentral zu erkennen, wie reich beschenkt wir sind. Und die sinnvollste Antwort drückt sich aus in Freude und Dankbarkeit und im Willen, diese Freude weiter zu geben. Wir müssen nicht materiell schenken, aber wir sollten unsere Gaben nützen zum Segen für andere. Jeder von uns hat besondere Fähigkeiten und jeder von uns kann mit Ausdauer etwas Besonderes erreichen. Wie heisst es doch in der Geschichte so berührend: Die Wüste, eine Tochter von Mutter Erde, nahm Wind und Sand und scheuerte in jahrtausendelanger Mühe eine Mulde in einen Stein. "Ist das nicht ein schöner Futtertrog, eine willkommene Krippe? Und tief genug für eine Lage Stroh, ein Kind kann darin schlafen! Das ist meine Gabe für den Neugeborenen. Ich will ihm sein Leben lang eine Freundin sein. In meiner grossen Stille wird er gut nachdenken und beten können." Ich wünsche uns allen, dass wir grosse und kleine Geschenke dankbar annehmen und grosszügig weiterschenken, als Fleiss, Einsatz, Überraschung oder auch als geschenkte Zeit. Arbeiten
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Beten und Loben Lehren und Lernen Musizieren Pflegen Die stärksten Waffen (aus "Jüdische Märchen" von Leo Pavlat, Verlag Dausiem1996) Am Abend des sechsten Schöpfungstages berief Gott alle Lebewesen zu sich. Da versammelten sich alle und priesen ihn, wie vollendet er sie erschaffen hatte. Jedes Geschöpf dankte Gott, nur das Lamm schwieg und schien an der allgemeinen Freude nicht teilzunehmen. "Was fehlt dir?" fragte Gott, "warum bist du traurig und stumm, während die anderen Geschöpfe lobpreisend zu mir emporschauen?" "Ach, mein Herr und Schöpfer", erwiderte das Lamm, "wie gerne würde ich mich freuen, aber du hast mich völlig wehrlos erschaffen und der Willkür meiner Feinde preisgegeben. Wie kann ich mich da meines Daseins freuen?" Gott hatte die Klage des Lammes angehört und war bereit, ihm zu helfen. "Möchtest du Tatzen wie ein Bär oder Fänge wie ein Geier haben?" fragte er. Aber das Lamm schüttelte ablehnend den Kopf. "Oder ein scharfes Gebiss wie der Löwe oder der Wolf?" "Nein, mein Herr und Schöpfer", sagte das Lamm, "solche Waffen wünsche ich nicht. Ich möchte Waffen, die mich mein Leid vergessen machen, die aber niemandem ein Leid zufügen!" Da sprach Gott: "Weil deine Bitte gerecht ist, will ich sie dir erfüllen. Ich statte dich mit drei Eigenschaften aus, die dir helfen werden." Und Gott verlieh dem Lamm die Sanftmut, die Demut und die Geduld.
Die Symbolik des Lamms Erinnern wir uns: Nach neun Plagen weigerten sich die Ägypter immer noch, die Hebräer ziehen zu lassen, und so kündete Gott ihnen an, alle Erstgeborenen von Mensch und Tier zu töten. Um vom Todesengel verschont zu bleiben, sollte jede israelitische Familie ein Lamm schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten kennzeichnen und das Tier anschliessend zubereiten und vollständig verzehren. Gott machte seine Drohung wahr, strafte die Ägypter und verschonte sein Volk, worauf der Pharao die Israeliten ziehen liess. In dankbarer Erinnerung an das Vorüberschreiten (hebräisch "passach" = übergehen, auslassen) des Todesengels und die Befreiung aus ägyptischer Knechtschaft feiern die Juden bis heute das Passah-Fest. Zur Zeit Jesu brachte man die Opfertiere zur Schlachtung in den Tempel nach Jerusalem, ass dann aber wohl im Kreise von Familie und Freunden das Passahlamm. Passah war neben dem Wochenfest Schawuot und dem Laubhüttenfest Sukkot das wichtigste Wallfahrtsfest. Auch heute noch dauert das Passahfest 7 Tage. Es beginnt mit einem Abendgottesdienst in der Synagoge. Ihm folgt der Sederabend. Seder bedeutet "Ordnung", und das ganze Mahl folgt einem festgelegten Ablauf. Zentral ist die Erinnerung und da nimmt der Sederteller mit symbolischen Speisen einen wichtigen Platz ein. Er ist belegt mit:
Jesus hatte sich mit seinen Jüngern in einem Obergemach zur Sederfeier zusammengefunden. Er sprach von Verrat, von Leiden und von Sterben. Er brach die Matzen und sprach vom brechenden Leib, er reichte seinen Freunden den Wein und sprach von seinem Blut. Die Jünger waren wohl betroffen und konnten ihren Meister nicht verstehen. An diesem, seinem letzten Sederabend gab Jesus Brot und Wein eine neue Deutung, und bis heute denken wir in der Eucharistie und in der Abendmahlsfeier an dieses letzte Mahl Jesu. Das Symbol des Lamms begegnet uns im Neuen Testament vor allem im Johannesevangelium. So weist Johannes der Täufer auf Jesus Christus hin mit den Worten: "Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt" (Joh. 1.29/1.36). In der Thronsaalvision des Johannes, im Buch der Offenbarung, steht das Lamm im Zentrum: nur das Lamm kann das Buch mit den sieben Siegeln öffnen. Das Lamm ist Zeichen der Unschuld, der Reinheit und der Frömmigkeit. Jesus Christus, Gottes Sohn, als das reine Lamm Gottes ohne Sünde, wird in der Kunst oft mit einer Siegesfahne dargestellt und stellt so symbolisch die Auferstehung und den Sieg über den Tod dar.
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